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Breaking the Waves
Oktober 31, 2007, 12:22 pm
Filed under: movies

DK/F 1996 – 158 Minuten/Regie: Lars von Trier/Kamera: Robby Müller/Drehbuch: Lars von Trier/Besetzung: Emily Watson, Stellan Skarsgard, Katrin Cartlidge, Jean-Marc Barr u.a.

cliff1.jpgPhoto von One-Dimensional

Schon wieder so ein weltbewegender, sentimentaler Film, ist jetzt der dritte in Folge, ….aber, i love this shit.

Story: Strengkatholisches Schottland in den 70-ern. Hauptperson ist Bess, eine leicht neurotische und verträumte aber sehr, sehr liebenswürdige junge Frau. Bess führt Zwiegespräche mit Gott, und die laufen dann so ab, mit piepsiger Stimme fragt sie Gott etwas und mit einer etwas tieferen Stimme gibt sie sich gleich selbst die Antwort. Selbstgespräche im Prinzip. Schizophrenie im weitesten Sinne. Ihre „Selbst“-gespräche mit Gott sind auch Reflexionen der eigenen Ängste, Wünsche und Hoffnungen, Bess ist innerlich zerrissen zwischen Vernunft und Strenge (das Gottesbild) und den eigenen weitschweifenden Bedürfnissen (Ego).
Ihr Glaube an Gott ist derart gross, dass er sich bewahrheitet, oder zumindest glaubt sie dass. Sie betet für einen Mann und bekommt ihn auch, es ist Jan. Sie heiraten und Bess erlebt wohl die schönste Zeit ihres Lebens, nur Jan muss wieder weg, er arbeitet auf einer Bohrinsel. Vom heissgeliebten Jan getrennt zu sein ist für Bess nun sehr schwer, und sie bittet Gott darum, dass er ihn nach Hause zurückkehren lässt. Da die Arbeiten auf den Bohrinseln sehr gefährlich sind, erleidet Jan einen Unfall, wird arbeitsunfähig und kehrt also zurück. Ein Zeichen Gottes? Für Bess schon, der Preis aber ist hoch, die Schuldgefühle sind es auch.
Jan liegt nur noch im Spital und ist desöfteren auch in Lebensgefahr. Seit seiner starken Hirnverletzung ist er nicht mehr ganz der alte. Um seine sexuellen Phantasien zu befriedigen, bittet er sie nun darum mit anderen Männern zu schlafen. Als er wieder einmal im Komma liegt, macht sie dies und er erwacht danach. Fortan glaubt sie, mit ihren sexuellen Abenteuern sein Leben zu retten.

Soviel zur Story, der Schluss ist ziemlich traurig. Ach Bess, so lieb aber so blöd. Obwohl blöd das falsche Wort ist, wohl eher krank. Für mich ist Breaking the Waves auch ein Film über Schizophrenie, bzw. Wahrnehmung und Wirklichkeit. Der Schluss lässt aber offen, ob Bess bloss haluzinierte oder ob Gott wirklich existiert. Eigentlich schön, liegt die Wahrheit doch vielleicht irgendwo dazwischen.
Die schauspielerische Leistung von Emily Watson als Bess ist enorm, in ihrem Gesicht spiegelt sich all das Leiden, die helle Freude, die Panik, …all die Gefühlsregungen im Extremzustand. Respekt.
Filmtechnisch scheint dies eine Vorläufer der Dogma-Filme zu sein, verwackelte Handkamera und wenig Schnick-Schnack.

Breaking the Waves__Trailer



Der Nikolaus ist schon da
Oktober 31, 2007, 10:54 am
Filed under: my life

nikolaus1i.jpg



Ltj Bukem
Oktober 30, 2007, 11:37 am
Filed under: music, my life

Eine Nacht mit LTJ Bukem hab ich vor ungefähr 10 Jahren im Grodonia in Rümlang erlebt. Ich denke heute noch manchmal daran. Der Typ hatte eine Bassmaschine dabei und liess die Baselines minutenlang repetitiv kreisen. Mind explosions. Das war Sound, der für Jahre meinem Musik-Bewusstsein einen Stempel aufgedrückt hat. Deep Black Music. Tech-Soul. Vor 10 Jahren war natürlich noch alles besser, war gross, aber was solls, LTJ Bukem war wieder in Zürich. Also hin, nein, ging nicht, wegen meiner Grippe von letzter Woche fühlte ich mich schwach und war mir das Risiko zu hoch. Bin wohl schon ein bisschen alt geworden. Kleiner Trost: Grippe ist mittlerweile abgehakt und nächste Woche sind Nocturnal und Prolix im Kiff.

LTJ Bukem und MC Conrad



23.12.2007 – 14.01.2008
Oktober 30, 2007, 10:50 am
Filed under: my life

Ich hab den Flug nicht falsch gebucht. Da kamen schon Zweifel auf, an meiner Wahrnehmung, ich war mir doch sicher, dass richtige Datum in die richtigen Kästchen eingetragen zu haben. Und so war es auch. Da aber der Rückflug schon ausgebucht war, swtitchte die Software automatisch? auf den nächstliegenden Termin, und der war fünf Tage früher.
Pro Person produziert ein Flug nach Marokko soviel CO2 wie ein halbes Jahr durchschnittliches leben hier (Auto, Heizung usw.). Eine Woche in Afrika, Fliegen für eine Woche Ferien? Das wollte ich nicht. Jetzt bleib ich einfach etwas länger, zehn Tage länger als die anderen. Ging nicht anders, frühere Flüge existieren nicht, oder sind zu teuer. Mal schauen, was mein Chef zu meinen neuen Plänen sagt.



Folkig und melancholisch__The Cardigans
Oktober 29, 2007, 10:45 am
Filed under: music

The Cardigans – Long Gone Before Daylight # Label: Stockholm (Universal) – 2003
Heimat von Kalle Blomquist, Pippi Langstrumpf und Karlsson vom Dach. Mit Album Nummer fünf kamen „The Cardigans“ zurück auf die grossen Bühnen der Popmusik. Gran Turismo und fünf Jahre Pause. Dann dieses unglaublich ausgereifte, schöne Stück Popmusik. „Wir haben während der Aufnahmen so viel Dope geraucht und so viele Varianten aufgenommen, um den perfekten Moment zu finden. Wir waren langsam, aber es hat sich gelohnt.“ War der Vorgänger elektronisch, ist „Long Gone Before Daylight“ ein Album, das fast ohne moderne Computertechnik, ohne Loops auskommt und quasi unter Live-Bedingungen aufgenommen wurde.
Perfektes Songwriting, melancholische, geheimnisvolle, aber auch heitere Momente.
Organische Instrumentierung. Atmosphärische Hammond-Klänge, düster und schwer wie Gewitterwolken. Luftig-leichte Akkustikgitarren. Nina Perrsons unvergleichlich weicher aber klarer Gesang.
Insgesamt eher leise, mit wunderschönen Balladen, Folk-Songs und hie und da auch mal etwas Rock, wirkt das ganze Album sehr homogen und durchdacht. Dazu intelligente Texte, the Cardigans schufen einen Meilenstein.
„Long Gone Before Daylight“. Das ist für die Dunkelheit, für den Abend. Für die Nacht. Für Kerzenschein. Danke Schweden.

feathers and down_fan montage

couldn’t care less_live cmj 2006

live and learn_clip



Breaking and Entering
Oktober 28, 2007, 8:50 pm
Filed under: movies

Einen Tag nach Babel gesehen und fast ebenso beeindruckt. Nicht so bekannt wie Babel, mit Jude Law, Robin Wright Penn und Juliette Binoche aber immerhin genauso prominent und gut besetzt. Regie führte Oscarpreisträger Anthony Minghella.

binoche.jpg Photo von Howie_Berlin

Will und Liv haben sich auseinandergelebt. Die autistische Tochter ist zum Mittelpunkt der Beziehung geworden. Will flüchtet sich oft in die Arbeit, er und sein Partner führen im heruntergekommenen Londoner Bezirk King’s Cross ein Architekturbüro. Dort macht eine Einbrecherbande den beiden immer wieder zu schaffen. Da Will nicht mehr ganz so gerne Zuhause ist, fängt er an abends Wache vor dem Büro zu schieben. Eines Tages entdeckt er einen der Einbrecher und folgt ihm. Es ist noch ein Junge, der bei seiner Mutter wohnt. Die Frau und ihr Bub stammen aus Bosnien, sind Kriegsflüchtlinge. Da Will Mitleid mit dem Jungen hat und die Mutter attraktiv findet, sagt er der Polizei vorerst nichts. Will und Amira, die Mutter des Jungen, lernen sich kennen, und er verliebt sich in sie.
Was ist da aber mit seiner Frau, die soviel zu tun hat mit der Tochter, die kann er doch nicht einfach im Stich lassen. Was ist mit dem Jungen, dem die Polizei auch ohne Wills Hilfe auf die Schliche zu kommen scheint. Was ist mit Amira, die seit dem Krieg in Bosnien mit keinem Mann mehr geschlafen hat.
Alles in Allem verquickte Umstände, Minghella entwirft eine interessante Charakterstudie. Opfer und Täter, Schuld und Vergebung.
Am Schluss zeigen die Protagonisten Charakterstärke und machen so das Ende versöhnlich. Ihr Film, eine Hommage an die Menschlichkeit und Intelligenz, danke Mr. Minghella.



Mauretanien
Oktober 28, 2007, 7:21 pm
Filed under: my life

desert1.jpg
Photo von Martin_Heigan

Um die Weihnacht herum verlass ich zum zweiten mal in meinem Leben Europa, ich flieg nach Mauretanien.
„Mauretanien? Ah ja, Mauritius, ziemlicher Touristenort! Nein, Mauretanien, das ist in Afrika. Ah ja, noch nie gehört, ist wohl ziemlich klein. Nein, ziemlich gross.“
Niemand scheint dieses Land hier zu kennen, und ich kannte es auch nicht. Warum wohl? Ist nämlich flächenmässig das elftgrösste Land Afrikas, doppelt so gross wie Frankreich. Vielleicht deshalb, mit 2.5 Einwohnern pro Quadratkilometer liegt es nur an 52.Stelle aller 53 Länder Afrikas.
Da geh ich also hin, um diese zu besuchen. Mit Anita und Christelle, Guille weiss es noch nicht. Und so kommt es also dazu, dass ich das erste mal selber ein Flugticket im Internet buche, und wisst ihr was, ich habs verkackt. Nicht geschafft. Est als ich das Ticket ausdrucken wollte, hab ich bemerkt, dass der Rückflug gar nicht das richtige Datum hat. So ein Mist aber auch, morgen ruf ich dort an, um das hinzubiegen. Tzzz..und dann kommt in der Werbung immer der Spruch, wie einfach es heutzutage ist Flugtickets zu buchen.