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Politix und Anne Frank
Oktober 5, 2007, 1:39 am
Filed under: books, stories

Im Karikaturenstreit aus dem Jahre 2006 zwischen Muslimen, Christen und Juden, zeigt eine Karikatur aus dem Iran eine Anne Frank, welche sich im Bett mit Hitler vergnügt. Es ist das Bild einer den verdorbenen Westen symbolisierenden Anne Frank. Ein Westen, in dem ein Menschenleben individuell ist, vielleicht auch egoistisch, sexuelle Freiheit herrscht, Minderheiten nicht unterdrückt werden…und, ja, es nicht nur ums Überleben geht. Nichts gegen fundamentalistische, muslimische Länder :-) , aber ich denke, dass Meinungsfreiheit, Fortschritt, materieller Wohlstand und Bildung dann diese Hitzköpfe doch besänftigen würde. Als Vergleich ziehe man nur die christliche, abendländische Kultur von ihrer Enstehung über das Mittelalter bis jetzt herbei. Auch wir waren ein patriarchisches Volk von Unterdrückern und Hexenverbrennern. Noch ist hier bestimmt nichts perfekt, aber in Sachen Liberalität und Menschenrechte sind wir glaub ich einen Schritt voraus.

anne-frank-01.jpg
Photo von This is Awkward

Anne Frank, das Tagebuch, erzählt die Geschichte der jüdischen Familie Frank, welche im 2. Weltkrieg auf der Flucht vor den Nazis in Amsterdam untertauchten. Das Buch ist sowohl Zeitdokument über den Holocaust, als auch ganz persönliches Tagebuch eines Teenagers. Der grössere Teil des Tagebuchs offenbart Gedanken und Gefühle, die mit dem Krieg nichts zu tun haben, in einer Zeit, in der dies für manche eben befremdend und unanständig wirkt. Allerdings sollte klar sein, dass es auch bei Anne um Leben und Tod ging, das Gefühlsleben eines Menschen kann jedoch nicht fortwährend auf Wut, Verzweiflung und Trauer begrenzt werden. Hinzu kommt, dass sie beinahe noch ein Kind war und über einen reichhaltigen kulturellen Hintergrund, und ein grosses Wissen verfügte. Wie kann man es ihr also verübeln, nicht den ganzen Tag nur an das Essen, das Sterben und den Krieg gedacht zu haben. Abgesehen davon dass dieses Buch ein spannendes Zeitzeugnis ist, fand ich aber dann genau diese Anne mit ihren ganz individuellen Wesenszügen und Gedanken sehr symphatisch. Das heisst ich habe sie sogar richtig liebgewonnen, vieles hat mich an meine eigene Jugend erinnert. So sammelt sie beispielsweise Bilder von Filmstars, macht sich Gedanken über die erste Liebe, leidet unter Selbstzweifeln, revoluzzert gegen die Eltern, usw.. Verdammt, es ist schon Jammerschade, dass Anne den Krieg nicht überlebt hat, denn sie wäre bestimmt eine grossartige Persönlichkeit und Schriftstellerin geworden. So wie dieses Mädchen mit ihren gerade mal vierzehn Jahren schreibt, ist sehr, sehr beeindruckend. Allerdings schrieb sie das Tagebuch zweimal und korrigierte es wohl immer wieder, Zeit dazu hatte sie im Hinterhaus aber ja zur Genüge. Alles in Allem ein hochspannendes „Lesevergnügen“, und ….Anne, du warst ein super Mädchen, R.I.P.


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