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Filmklassiker__Mulholland Drive
September 28, 2007, 11:32 pm
Filed under: movies

Wach auf! – Traumfabrik Hollywood – erst bezaubernd, doch dann verstörend und beängstigend.
Alles fängt so gut an, die junge, hübsche Kanadierin Betty kommt in die Grosstadt Los Angeles, und träumt, wie tausende Andere auch, von einer grossen Karriere als Schauspielerin. Die junge Frau ist voller Hoffnung und Tatendrang, …und sie hat Talent. Durch Zufall lernt sie die schöne Rita kennen, die bei einem Unfall ihr Gedächtnis verloren hat, und der sie helfen will. Im Verlauf der Geschichte verlieben sie sich sogar ineinander, bis – und das ist der Clou – dann doch wieder alles anders ist.
Kaleidoskopartig erzählt uns Lynch dabei noch viele, zur Haupthandlung in „Bezug“ stehende, kleinere Stories; ein Regisseur der von komischen, mafiösen Geldgebern und ihren noch kurioseren Mittelsmännern in ein künstlerisches Korsett gezwungen wird, ein Mann, der seinem Therapeuten von einer Begegnung mit etwas Bösem erzählt, der unfähige Auftragskiller, der beim Versuch jemanden umzubringen, gleich noch zwei weitere tötet.

Mulholland Drive Trailer

Die ersten zwei Drittel des Films sind von einer positiven, hoffnungsvollen Grundstimmung geprägt, doch dann wird der Film immer mysteriöser, dunkler und verstrickter, und plötzlich schlägt die Stimmung vollends um. – Aufwachen – Aus dem süssen Traum wird ein fiebriges „Horrorszenario“.
Mit Bildern, Kameraeinstellungen, Belichtung, Musik, guten Schauspielern und rätselhaftem Plot schafft Lynch einen faszinierenden Film mit soghafter Wirkung. Einer seiner besten. – Als seien sie aus dunklen Ecken unseres Unterbewusstsein entnommen, entfalten die Bilder eine unheimliche Beklemmung. – Lynch bietet, wie meistens bei ihm, keinen analogen Handlungstrang, der Film ist eher aufgebaut wie ein Traum, ein Puzzle, … ziemlich verwirrend, und manchmal beinahe unzugänglich.
Natürlich lässt eine solch verworrene Handlung viel Interpretationsspielraum, was stark zum Tüfteln anregt, und damit wahrscheinlich auch zusätzlich zur Popularität des Filmes beitrug. So tummeln sich im Netz zahlreiche „Lösungen“ verschiedenster Hobbypsychologen. Man kann aber vermuten, dass wohl Lynch selbst des Rätsels Lösung nicht genau kennt.
Meiner Meinung nach ist es ein Film über das oberflächliche, verlogene, korrupte und kurzlebige Showgeschäft. Erzählt wird die Geschichte von der in Hollywood gescheiterten, ausgenutzten und unglücklich verliebten „Betty“, welche am Schluss, hoffnungslos verzweifelt, einen Mord in Auftrag gibt und dann sich selbst umbringt. Der erste Teil davon scheint ein Traum zu sein. „Bettys“ Traum ist Schönfärberei und steht somit im Kontrast zu den Dingen, wie sie wirklich sind.


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