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Film Kurzreviews
März 17, 2008, 9:14 vormittags
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Filme die ich kürzlich gesehen habe:

Ratatouille: Perfekt animierter und herzerwärmender Trickfilm. Ich will ja nicht sentimental sein, aber ….kleiner Koch, liebe Ratte Remy, …ich liebe dich.

Dawn of the dead: …this is the end of the world! Cooler Horroractioner. Zack Snyders Version des Klassikers überzeugt. Brilliante Videoclip Ästhetik und guter Spannungsbogen.

28 Days later: Realistischere Version des Zombie Themas. Gruseliger Endzeitfilm. Virus Pandemie Epidemie vernichtet die Bevölkerung von England. Storytechnisch und auch optisch hervorragend.

28 Weeks later: Optisch auf dem gleichen Niveau wie Teil Eins. Die Story aber wirkt kramphaft konstruiert und unglaubwürdig. Weniger wäre hier Mehr gewesen.

Invasion (Body Snatcher): Chance vertan! Miss Kidman und Daniel Craig spielen sicherlich nicht schlecht, das macht den Film aber auch nicht viel besser. Ein interessantes Thema, das aber leider lieblos und fade umgesetzt wurde.

Der goldene Kompass: Ich mag Nicole Kidman :-) Auch Daniel Craig ist hier wieder mit dabei. Gute Tricktechnik und eigentlich eine tolle Story, aber wiederum ein ärgerlicher Film. Inkonsequent und lieblos umgesetzt, der Spagat zwischen Kommerz und Anspruch gelingt hier nicht. Der Film ist eher für Kinder und kommt bei weitem nicht an das Niveau von “der Herr der Ringe” heran.

Die Legende von Beowulf: Fantasy Horror Action Film, der soviel ich weiss vollständig aus dem Computer kommt. Für solche und ähnliche Genre ist diese Machart sicher die Zukunft, denn spektakulärer gehts kaum mehr. Ich finde den Film spitze, man muss sowas aber auch mögen



Brave New World
März 11, 2008, 12:23 nachmittags
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YouTube Direkt / Brave New World / Venetian Snares

Die Insel, Equilibrium, Cypher, eXistenz, Avalon, Gattaca, Matrix, Vendetta ….ich liebe diese Filme. Diese Zukunftsvorhersagen faszinieren mich, obwohl sie ja meistens düster sind und von totalitären Systemen handeln.
Meine persönliche These ist einiges positiver. Das dritte Jahrtausend: Dank der technologischen und philosophischen Weiterentwicklung; Friede, Freude und Eierkuchen. Die Evolution aber ist unaufhaltbar, irgendwann wird der Mensch so wie wir ihn jetzt kennen verschwinden. Seine Erben sind die Maschinen. Also genauso wie in “the Matrix”, aber nicht so düster und keine menschlichen Batterien. …die halten nicht so lange :-)



The Departed / Unter Feinden
Februar 20, 2008, 8:14 nachmittags
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USA 2006 / 146 Minuten / Regie: Martin Scorsese / Drehbuch: William Monahan / Kamera: Michael Ballhaus /

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Photo von Just Tom

Als kleiner Junge schon lernt Colin Sullivan den irischen Mafiaboss Frank Costello kennen und wird einer seiner Jungs. Da er klug und abgebrüht ist, schickt ihn Frank auf die Polizeischule um ihn so später als Spitzel bei der Polizei arbeiten zu lassen. Zur selben Zeit und auf derselben Polizeischule ist auch der aus ärmlichen Verhältnissen stammende aber ehrgeizige Billy Costigan.
Am Ende ihrer Ausbildung bewerben sie sich auf demselben Revier und bekommen dort auch beide einen Job. Colin steigt dort schnell die Karriereleiter hoch und wird “Ermittler” in einer Spezialeinheit, Billy allerdings eignet sich aufgrund seiner zwielichtigen Vergangenheit als Undercover Polizist. Er wird später als “Krimineller” bei Francis einsteigen. Zwei Männer die gegensätzlicher also nicht sein könnten, die aber dieselbe Frau lieben, die Polizeipsychologin Madolyn Madden, Freundin von Colin, und Geliebte von Billy.
Aus dieser einzigartigen Konstellation entwickelt sich nun ein verschachteltes und rasantes Katz-, und Mausspiel. Scorsese legt einen imposanten Action Film vor; durchgestylt, kalt, gewalttätig, spannend und trotzdem mit viel Gefühl und Charakterzeichnung. Zu Recht hat dieser einen Oscar erhalten. Mich jedenfalls hat dieser Film begeistert und sehr berührt, vorallem Billy als Undercover Polizist, welcher bei den Verbrechern das eindeutig härtere und gefährlichere Leben als sein Widersacher bei der Polizei führt und innerlich von Konflikten zerrissen wird. “Meine Hand wirst du niemals zittern sehen, das Herz aber schlägt wie wild.”
Mehrmals befinden sich die beiden am Rande des Abgrunds aber können sich immer wieder retten, wobei aber Billy sicher mit dem schlimmeren rechnen muss, denn sein Boss Frank, inbrünstig gespielt von Jack Nicholson, ist ein abgrundtief gestörter Gewaltverbrecher; “früher hätte ich in einem solchen Fall einfach alle meine Männer umbringen lassen.” Blut fliesst also in Strömen.
Als realistische Studie über die amerikanische Strassenmafia würd ich den Film deswegen nicht bezeichnen, zuviel Style und Mafiagehabe und zu oft können sich die Protagonisten noch aus auswegslosen Situation retten. Das Ende versöhnt dann allerdings in dieser Hinsicht und zeigt wie das Leben eben wirklich ist; gnadenlos.

Ein kalter, perfekt inszenierter Grossstadt Mafiathriller, mit einem genialen Jack Nicholson als dämonischer Mafiaboss, und den ebenfalls sehr gut spielenden Leonardo diCaprio und Matt Damon als Doppelagenten. Hochkaräter auch in den Nebenrollen, Martin Sheen, Mark Wahlberg, Alec Baldwin und die bezaubernde Vera Farmiga. Wahnsinnsfilm, Fantasy, aber echt geil!
“Internal Affairs” die asiatische Vorlage dafür werd ich mir jetzt auf jeden Fall auch anschauen.



Der Dieb / Le voleur et l’enfant
Februar 17, 2008, 5:31 nachmittags
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>> Russland, Frankreich 1997 >> 95 min >> R: Pavel Chukhraj >> D: Wladimir Maschkow, Ekaterina Rednikowa, Mischa Filiptschuk u.a.

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Photo von Bigmon

Russland 1952, Nachkriegszeit. Die hübsche Katja und ihr unehelicher Sohn Sanja ziehen auf der Suche nach einem neuen Heim durch ein vom Krieg gebeuteltes Russland und lernen in einem Zugabteil Tolja, einen Offizier kennen. Eine schicksalsträchtige Begegnung, wie sich herausstellen wird.
Da alleine zu sein in diesen harten Zeiten nicht einfach ist, und Tolja ein charmanter und starker Kerl zu sein scheint, schliessen sie sich zusammen. Der Bub allerdings sieht in seiner Fantasie immer wieder den richtigen Vater, – den er aber eigentlich nie kennengelernt hat – , und so fällt es ihm nun schwer Tolja zu akzeptieren.
Schliesslich wird dieser für ihn aber doch zur Vaterfigur; da er der Familie hilft, sich um ihn kümmert und unter seine Fittiche nimmt. So sind einige seiner Regeln für den kleinen Sanja: – Du musst immer der Sieger sein – Schlag den Nachbarsjungen einfach zuerst – sobald du ein Messer ziehst, benutz es auch. Die Grausamkeit des Krieges scheint tief in Tolja verwurzelt zu sein, denn es scheint als gebe es für ihn nur ein Gesetz, – die Macht des Stärkeren. Er ist es sich gewohnt rücksichtslos alles zu nehmen was er kriegen kann. Bald entpuppt sich also, dass Tolja gar kein Offizier, sondern ein herumziehender Gauner ist. Getarnt als Soldat mit einer Frau und einem Kind wird ihm Vertrauen geschenkt, welches er dann skrupellos ausnützt, so raubt er hinterhältig die Familien aus, bei denen sie als Gäste untergekommen waren. Als sie dies erfährt, bricht für Katja eine Welt zusammen, ist aber nicht mehr in der Lage sich von ihm zu trennen, mittlerweile liebt sie ihn, und als alleinstehende Mutter ist sie auf Hilfe angewiesen.
Bei einem letzten Versuch sich von ihm loszureissen wird er geschnappt und zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Der Junge ruft Tolja bei dessen dramatischem Abtransport ins Gefängnis zum ersten Mal Vater zu, ein entscheidender Augenblick, denn ab diesem Moment erscheint ihm die imaginäre Vatergestalt nicht mehr. Der Abtransport ist auch das letzte Aufeinandertreffen von Katja und Tolja, denn sie stirbt kurze Zeit später an den Folgen einer Abtreibung.
Nun ganz alleine, ohne Mutter, in einem Kinderheim gelandet ist für ihn Tolja, der Mann der sich ihm angenommen hat, die Überfigur, sein Vater. Der tätowierte Panther den er bei ihm gesehen hat, ziert nun auch seine Schulter. Erst Jahre später aber trifft er ihn wieder, es ist ein ersehntes Wiedersehen. Tolja aber ist immer noch der gleiche rücksichtslose Gauner geblieben; betrunken, erinnert er sich zuerst nicht einmal mehr an Sanja. Der Bub kommt ihm ungelegen, er hat keine Zeit und kein Geld, so erklärt er gefühlskalt vor Anwesenden: “Das ist nicht mein Sohn; seine Mutter, das war bloss eine Affäre vor Jahren in einem Zugabteil” Dass für den Jungen darauf die Welt zusammenbricht ahnt er nicht, oder ist ihm egal. Sanja erschiesst am Ende Tolja hinterrücks, denn so hat er es schliesslich von seinem Papa gelernt.

Fazit: Die starke Vaterfigur ist für einen kleinen Jungen in einem patriarchischen Russland übergross, der Vater aber ist sich seiner Verantwortung nicht bewusst.
“Der Dieb” ist ein mit genialen Schauspielern, authentischer Kulisse, mit beeindruckenden Bildern, perfekt inszenierter, russischer Film ..leider mit einem traurigen Ende, aber so ist es nun mal, das Leben. 1997 wurde er für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert.



Filmkritiken
Februar 13, 2008, 10:15 vormittags
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Ich mach mich jetzt mal ein bisschen breit im Internet :-) Da die Menschen von Zelluloid.de immer wieder neue Filmkritiker suchen, hab ich mal einer meiner Texte dorthin geschickt, und siehe da, sie haben ihn veröffentlicht. Der entscheidende Vorteil gegenüber den Amazon-Rezensionen (da hab ich ja auch schon etwas geschrieben) ist, dass die Rechte an den Texten bei einem selbst verbleiben. Ich glaube ja nicht, dass irgendwer klagen oder abmahnen würde, wenn man den Text auch an anderer Stelle veröffentlicht, …aber trotzdem!! …das sind meine Texte, und ich kopier sie so oft, wie ich eben will, bätsch!! Übrigens hat Zelluloid nach eigenen Angaben weit über eine Million Besucher pro Monat, ……ok, die Besucherzahlen von Amazon möcht ich jetzt nicht wissen :-)



Bringing out the dead
Februar 9, 2008, 1:56 nachmittags
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photo by qnr

# USA 1999 • 116 Min. # Regie: Martin Scorsese # Buch: Paul Schrader nach dem Roman von Joe Connelly # mit: Nicolas Cage, Patricia Arquette, John Goodman u.a.

“Jemanden das Leben retten ist wie sich verlieben. Die beste Droge der Welt! Wenn es gut läuft kannst du stolz auf dich sein, aber wehe es läuft anders.”

New York, Anfang der 90-Jahre, in der Pre-Giuliani-Ära, ausserhalb Manhattans ein Sumpf aus Kriminalität, Drogen und Prostitution. Frank Pierce ist Rettungssanitäter, Nachtschicht, der Job ist hart. Am Anfang kamen sie nur im Schlaf, jetzt aber erscheinen sie ihm auch im Wachzustand, die Visionen der Ungeretteten, die Seelen der Toten. Und immer wieder dieses Mädchen, das in seiner Obhut starb.
Seit geraumer Zeit hat ihn das Glück verlassen, und er kann niemandem mehr das Leben retten. Ein Teufelskreislauf. Unter Halluzinationen leidend, trinkend und schlaflos, befindet er sich am Rande eines Nervenzusammenbruchs.
Zu Schaffen macht ihm die Konsequenz seines stressigen Jobs. Natürlich rettet er nicht nur Leben, nein, er bringt quasi auch den Tod, und fühlt sich schuldig. Zudem ist er Zeuge eines kapitalistischen, maroden amerikanischen Gesundheitsystems. Überlastete Spitäler, überarbeitete, korrupte Angestellte und stupide Pflegemassnahmen. Hoffnung keimt ihn ihm auf, als er Mary, eine ebenfalls vom Schicksal Gebrochene, eine Seelengefährtin, kennenlernt. Beide rastlos, können sie sich einen Moment der Ruhe, der Geborgenheit und des Friedens schenken. Schlussendlich geht Franks Sinnsuche auf, er akzeptiert den Tod, ….aber auch das Leben.
Einen dramatischen, komödiantischen, halluzinogenen und hypnotischen Neontrip durchs nächtliche, nimmermüde New York offenbart uns hier Regisseur Scorsese.
Zurück also in seiner Stadt, ….und somit auch zu alter Stärke. Mit von der Partie Paul Schrader, ebenfalls schon Drehbuchautor von “Taxi Driver” und “Wie ein wilder Stier”.
Eine meisterliche visuelle Umsetzung von Robert Richardson, einen mitreissenden Soundtrack und ausgezeichnete Schauspieler. Nicolas Cage in seiner wohl besten Rolle. Für mich ein Scorsese-Highlight.



L’esquive
Februar 4, 2008, 6:53 nachmittags
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umgangssprachlich: esquiver – sich vor etwas drücken, kneifen, die Zeche prellen

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“Dem seine Mutter ficken wir! Beim Leben meiner Mutter. Ist mein voller Ernst. So richtig eins aufs Maul. Ich schwöre auf meine Mutter, ich schwöre auf Koran.”
Mit diesen krassen Worten fängt der Film des Franko-Tunesiers Abdellatif Kechiche an, es sind Jugendliche die so sprechen, mehrheitlich Immigranten in einem Vorort von Paris. Dieses Fuck, fuck, fuck, meine Mutter …das hat mich zunächst abgeschreckt. Es ist aber nur eine Facette dieses Films, sowie Gewalt, Verschleierung, Zwangsheirat, Drogen usw. auch nur eine Facette des Lebens in den Vorstädten Frankreichs ist. Da gibt es eben noch mehr, und so ist der Film über die Jugendlichen in den Banlieus eigentlich ein Liebesfilm geworden.
Der marokkanische Junge Krimo ist in die extrovertierte Lydia verliebt. Da sie eine Hauptrolle in der kommenden Schultheateraufführung spielen wird, ergattert auch er sich eine Rolle in dem Stück. Das allerdings bringt Probleme mit sich. Da Krimo nicht mal bei seinen besten Freunden Gefühle zeigen kann und viel zu scheu ist, klappt auch das mit dem Theaterspielen nicht so richtig. “Hey, der ist voll schwul, der spielt Theater” wird er zudem von seinen Mitschülern verhöhnt. Eine schwierige Situation für ihn, kommt er aus sich raus?

Dass der Film in den Banlieus spielt, bedeutet nicht zwangsläufig dass es vorallem um Rassendiskriminierung, Kriminalität usw. geht.
Ein toller Film, an Originalschauplätzen und mit Laiendarstellern gedreht! Zu Recht César Gewinner im Jahre 2005!



Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen (Director’s Cut)
Januar 31, 2008, 3:17 vormittags
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# Frankreich 1986 • 178 Min. # Regie: Jean-Jacques Beineix # Buch: Jean-Jacques Beineix nach dem Roman von Philippe Djian # mit: Béatrice Dalle, Jean-Hugues Anglade
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Eine inmitten der achtziger Jahre gedrehte wunderschöne Kult-Literaturverfilmung.
Konstellation für diese aussergewöhnliche Liebesgeschichte: Zorg, ein symphatischer, gewöhnlicher Typ trifft Betty, ein schönes, laszives und sehr verrücktes Mädchen.
Fiebrig inszeniert, in traumhaften Bildern und mit einem traurigen, beinahe mystischen Soundtrack zeigt uns hier Beineix eine Liebesodyssee die seinesgleichen sucht.
Es ist einfach zu schön den beiden in ihrem Elan und Übermut zuzuschauen. Zorg der rationelle, ruhende Pol und Retter und Betty, die schizophrene Antreiberin und Zerstörerin.
Eine Liebe wie sie eigentlich schöner nicht sein könnte. Man ahnt es aber bereits am Anfang, dass die Sache mit den beiden nicht gut gehen kann. Betty trägt den Keim der Zerstörung schon in sich. Sie hat zuviel von dem, wovon andere vielleicht meist zuwenig haben, …Sensibilität, starkes Gefühl und dessen Aufrichtigkeit. Sie sagt, tut und ist was sie denkt und fühlt, und das zu 100 Prozent. Und das ist einfach süss. Manchmal ist es auch erschreckend. Es gibt kein taktieren, planen, aufsparen, … Betty brennt und zwar lichterloh.
Grosses Glück ist da natürlich nur von kurzer Dauer. Und so kommts wie es kommen muss, trotz Zorgs Rettungsversuchen zerbricht sie an ihrem Schicksal. Schlussendlich ist das aber nur die logische Konsequenz ihres Daseins, der Sog ist unausweichlich.
Als Zorg endlich den von ihr so erhofften Erfolg als Schriftsteller hat, ist sie bereits tot.

Fazit: Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen, mit einem am Schluss konsternierten und verlassenen Zorg rührt zu Tränen.



gruselig …the curch of the future
Januar 30, 2008, 1:16 nachmittags
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Irgendwie gruseliger Experimentalfilm / the church of the future / by Javier Morales and John Michael Boling / gesehen bei robotsluvme auf flickr …. der übrigens coole Bilder hat!



Memories of a Geisha
Januar 23, 2008, 11:56 vormittags
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USA 2005 / 139 Minuten / Regie: Rob Marshall / Darsteller: Zhang Ziyi, Ken Watanabe, Kōji Yakusho, Michelle Yeoh u.v.a.

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Photo von Coffeelatte

Langsam werd ich alt und wohl …..sentimental. Denn der Film “die Geisha” ist doch eigentlich ziemlich kitschig, trotzdem hat er mich an den Bildschirm gefesselt, und ich habe mit der hübschen Geisha Sayuri (Zhang Ziyi) bis zum Ende mitgefiebert. Es ist aber auch meine Schwäche für Hochglanz Bilder, denn der Film besticht durch seine wunderschöne Optik. Soweit ich mich erinnere hat er in den technischen Disziplinen 3 Oscars gewonnen.
Das Thema Geisha find ich auch geschichtlich interessant, kennt doch hierzulande jeder das Wort Geisha, und denkt dabei wohl an eine asiatische Prostituierte. Das dem aber nicht so war, wissen wohl die wenigsten.
Was den Film m.E. etwas abwertet ist seine “Süsse”, sowohl in den Bildern wie auch in der Handlung. Zuviel Traumfabrik Hollywood, zuwenig dokumentarisch. So wäre es beispielsweise sicherlich besser gewesen mit japanischen Schauspielern zu drehen. Man geht aber in Hollywood kein Risiko ein und vertraut nur auf bekannte Gesichter, und so reden im Film leider alle “broken” Englisch.



Stranger than fiction – Schräger als Fiktion
Januar 20, 2008, 1:01 nachmittags
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Marc Forsters “Monster’s Ball” fand ich gut, “Finding Neverland”, und jetzt auch “Stranger than Fiction”. Des Schweizers Filme sind schon Hollywood-like, aber trotzdem noch intelligent und anspruchsvoll. Auch trifft man in seinen Filmen immer wieder einige der besten Schauspieler an, in diesem Fall sind dies Dustin Hoffman und Emma Thompson.

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photo by Tuesdays with Maury

Harold, ein Steuerbeamter, führt ein total durchstrukturiertes und somit eintöniges Leben. Jeder Tag ist genau gleich wie der vorangegangene. Doch eines Tages, als er sich frühmorgens wieder mit genau 76 Bewegungen in exakt 3 Minuten die Zähne putzen will, hört er eine Stimme. Es ist eine Stimme aus dem Off, eine Stimme die exakt aus seinem Leben erzählt. Es ist die Stimme der frustrierten und kettenrauchenden Autorin Karen Eiffel, welche an ihrem neuen Roman arbeitet, aber dafür noch kein passendes Ende gefunden hat. Am Schluss ihrer Romane stirbt der Held, so ist es auch für Harold vorgesehen. Als die Off-Stimme dann aber seinen bevorstehenden Tod erwähnt, merkt Harold, dass er eigentlich noch gar nicht sterben will, fängt an wirklich zu leben und setzt alles daran, sein Ende zu verhindern.
“Stranger than Fiction” ist somit eine Hommage an das Leben, jeder stirbt mal, und niemand weiss genau wann, also sollte man beginnen seine Träume zu verwirklichen. Ordnung ist gut, manchmal ist Chaos aber hilfreicher. Ein bisschen zu offensichtlicher Herzschmerz-, und Weltverbesserertouch, insgesamt überzeugt der Film aber, vorallem auch dank dem tollen Schauspielerensemble, Will Ferrell, Maggie Gyllenhaal, Dustin Hoffman, Emma Thompson und Queen Latifah.



Paris, Texas ….und der deutsche Film
Dezember 9, 2007, 10:45 nachmittags
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Eigentlich sollte man den ja gesehen haben. Ist ein Klassiker. Hab ich auch, da muss ich aber so um die zwölf Jahre alt gewesen sein, und ich fand den damals soooo langweilig, dass mir bis heute nicht mehr danach war. Obwohl, der Film ist wirklich langsam und bedächtig, …so wie ich es vielleicht auch geworden bin :-) Als zwölfjähriger Junge stand mir der Sinn aber eindeutig nach mehr Action.

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Eindrückliche Bilder, herzergreifende Story, tolle Schauspieler und ein dazu passender Soundtrack. Was will man mehr? Macht Wim Wenders eigentlich immer noch Filme? Ich glaube, dass das bis jetzt der beste deutsche Film ist, den ich gesehen habe. Ist aber auch nicht so schwierig, gibt ja nicht so viele. Ach ja, “Buena Vista Social Club” der war auch von Wenders, einer meiner Lieblinge. Ebenfalls mit Ry Cooder. “Himmel über Berlin”, den hab ich noch irgendwo, muss den jetzt mal rauskramen.
“Die Blechtrommel” von Schlöndorff, na ja, ich weiss nicht, gefällt mir schon ganz gut, ist aber ziemlich abgehoben. Die Filme von Doris Dörrie fand ich eigentlich auch immer noch ganz gut. Aber sonst?
Im Prinzip machen doch Frankreich und Spanien, und sogar das kleine Dänemark die besseren Filme. Mmmhhh, vielleicht nicht die besseren, sie haben aber einen wesentlich grösseren Output. Ganz mies von den deutschen fand ich ja “das Parfum” oder auch die Houellebecq Verfilmung “Elementarteilchen”.

Recherche. Für was hat man denn das Internet. Hab jetzt grad hier nachgeschaut, und….ich nehm alles zurück :-) Deutsche Filme sind gut. Gegen die Wand, Herr Lehmann, die fetten Jahre sind vorbei, usw. …allesamt grossartig.
Aber die Schweizer können nun wirklich keine guten Filme machen, …..”die Herbstzeitlosen” fand ich allerdings auch super.



Walk the Line
Dezember 3, 2007, 9:48 nachmittags
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USA 2005 / 136 Min. / Regie: James Mangold / Musik: T-Bone Burnett / Darsteller: Joaquin Phoenix, Reese Witherspoon u.v.a.

Walk the Line – Trailer

Am Anfang hat mir der Film ja gar nicht so gefallen, typischer, pathetischer Hollywood-Ami-Streifen dachte ich mir. Und das stimmt ja sogar, schlecht ist der Film aber trotzdem nicht. Die Schauspieler sind wirklich nett anzuschauen (mmmhh, Reese Witherspoon), spielen ziemlich gut und können dann auch noch super singen! Die beiden nahmen dafür monatelang Gesangsuntericht und lernten sogar noch ein Instrument zu spielen. Für den Film hat man total auf Originalaufnahmen verzichtet, auch “Elvis, Jerry Lee Lewis und Roy Orbison” singen richtig.
Das Biopic zeigt den Werdegang Johnny Cash’s bis zu seiner Hochzeit mit June Carter. Und das ist Sex, viele Drogen, noch mehr Rock’n’Roll (ähmmm… Country, na ja, was solls, …Groove is in your heart!), und vorallem die grosse Liebe, der Kampf um diese eine Frau.
“Wenn du jetzt nein sagst, dann ist das der letzte Antrag den ich dir gemacht habe!” meint Johnny trotzig. Aber schon eine Szene später folgt der nächste. Ja, so ist sie die Liebe, sie lässt einem trotz aller guten Vorsätze nicht los. Schlussendlich wird sie ja sagen, und die beiden werden bis an ihr Lebensende zusammenbleiben. (…schnifff)

Eine Biographie zu verfilmen ist immer schwer, und auch hier nicht ganz gelungen. Der Fokus des Films zielt mehr auf die Beziehung zwischen June Carter und Johnny Cash, …und ich finde das gut so. Wer mehr wissen will, kann die Biographie lesen, die ist dann einiges reichhaltiger.
Alles in Allem eine superschöne Liebesgeschichte, mit herrlichen Bildern und noch besserer Musik.



Tierra
November 28, 2007, 9:27 nachmittags
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Spanien 1996 – 120 Minuten – Regie: Julio Medem – Drehbuch: Julio Medem – Kamera: Javier Aguirresarobe – Musik: Alberto Iglesias – Darsteller: Carmelo Gómez, Emma Suárez, Silke, Karra Elejalde, Nancho Novo u.a.

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Photo von La.Paula

Surreales und stimmiges Märchen. Ein wundervoller Film.
Kammerjäger Ángel, halb Engel, halb Mensch, befreit die Erde einer ländlichen Weinregion Spaniens von den Asseln – und sich selbst von den Fesseln des Wahnsinns. Wegen zuviel Fantasie, – wie er es nennt – war Ángel in der Psychiatrie. Geheilt, oder zumindest beinahe, hat er wieder Arbeit gefunden. Noch immer aber begleitet ihn ein “Engel”, seine zweite Persönlichkeit. Auch kann er noch immer mit den Toten sprechen. Seine Arbeit führt ihn nun in eine ländliche Region, deren Erde zuviel Asseln beheimatet, und dem dortigen Wein einen erdigen, – aber unvergleichlichen – Geschmack verleiht.
In einem Dorf auf dem Lande macht er nun viele Bekanntschaften, und es verlieben sich gleich – wen wunderts – zwei Frauen in ihn, die ausgeflippte Mari, und die eher bodenständige Ángela. Ángels “Schizophrenie” spiegelt sich im Verhältnis zu diesen beiden Frauen. So bevorzugt ein Teil von ihm Ángela, der andere eher Mari. Es entbrennt ein innerer Kampf, wie wird er sich entscheiden? Auch ein äusserer, denn da ist ja noch der eifersüchtige Patricio, Ehemann von Ángela, und Liebhaber von Mari.

Bin ich noch wach, oder träume ich schon? Tierra ist ein besinnlicher Film über Schein und Wirklichkeit, Rationalität und Wahnsinn…. Selbstbestimmung und Schicksal. Der studierte Psychoanalytiker und Filmemacher Medem spielt darin gekonnt mit surrealen Szenen, Farben, Andeutungen und Traumsymbolen.

- Wenn man bereit ist, sich diesem Film Julio Medems zu überlassen, wird man immer weiter vorstoßen. Man wird sich ins Erdreich vergraben, nach Wurzeln tasten und das Pulsieren der Erde hören. – ( Schnitt.de )

Trailer de “Tierra”, película de Julio Medem – 1996



Subway
November 24, 2007, 1:35 nachmittags
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Frankreich 1985 / 98 Minuten / Regie: Luc Besson / Musik: Éric Serra, Rickie Lee Jones / Darsteller: Isabelle Adjani: Héléna, Christopher Lambert: Fred, Jean-Hugues Anglade: Skater, Jean Reno: Drummer, Eric Serra: Bassist

Herrlich. Isabelle Adjani mit hochtoupierter 80-er Jahre Haarpracht, Christopher Lambert als Punk und Jean Reno als charismatischer Drummer.
Fred, ein Punk, hat den Tresor von Héléna und ihrem reichen Mann um ein paar wertvolle Papiere erleichtert, und sich dabei gleich noch in die wunderschöne Frau verliebt. Auf der Flucht vor der Polizei findet er Unterschlupf im labyrinthartigen Métrosystem von Paris. Dort ist er nicht allein, er trifft auf eine Gruppe von “Outlaws”, die es sich in den Katakomben gemütlich gemacht haben, und mit denen er später eine Band gründet (!). Um den Gauner zu schnappen wird Héléna von der Polizei als Lockvogel eingesetzt, so gelangt auch sie in das Métrosystem und trifft Fred wieder. Von dessen Freiheit fasziniert, schliesst sie sich ihm an um nun ebenfalls gegen das Establishment zu kämpfen.
Der (Kult-)Film besticht vorallem durch seine Aufmachung, die 80-er Jahre Optik und Musik erzeugen eine fantastische Stimmung. Man muss dies allerdings auch mögen. Eine romantische Krimikomödie mit sozialkritischem Unterton. Die, die wenig haben scheinen trotzdem die Glücklicheren zu sein.



Heather Nova__Island / A Tale of Two Sisters (Fanvid)
November 22, 2007, 12:16 nachmittags
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Hab grad gelesen, 2008 solls ein US-Remake des Films geben. Da kann man nur hoffen, dass dies so gut gelingt wie beim Remake von “The Ring”. Ist aber leider eine Seltenheit.



Gruselig__A Tale of Two Sisters
November 21, 2007, 10:25 vormittags
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>> A Tale of Two Sisters (Janghwa, Hongryeon; Südkorea 2003) >> Regie/Drehbuch: Kim Jee-Won >> Darsteller: Lim Su-Yeong, Mun Geun-Yeong, Yum Jung-Ah u.a.

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Photo von Jeff Bauche._.·´¯)

Beklemmendes Psycho-Kammerspiel
Ein altes Anwesen in Korea. Das Haus könnte aber auch aus dem viktorianischen England stammen. Schwere lange Vorhänge, bestickte Decken und Kissen, antike Möbel und Dämmerlicht. Die Protagonisten dieser schönen Kulisse: die Zwillingsschwestern, der apathische Vater und die böse Stiefmutter (archetypisch!).
Ausflüchte, Sticheleien und Auseinandersetzungen, die Stimmung ist angespannt und bald ist klar, dass da etwas Schlimmes geschehen sein muss. Da sind beispielsweise Kisten mit alten Fotos von der leiblichen Mutter als diese noch lebte, auf den Fotos werden Gesichter durchgestrichen und rausgerissen, eigenartige Szenen werden im Traum noch einmal durchlebt. Schock, Angstzustände und Albträume, das Erlebte aus der Vergangenheit erzeugt eine beklemmende Gegenwart. Es gibt viele Andeutungen, was aber war wirklich geschehen in diesem Haus, wer hat wem was angetan?
Nach den anfänglichen Psychospielchen wirds immer gruseliger, von wem kommen die Geräusche, da doch niemand im Haus ist; was ist hinter dem wabernden Vorhang und der knarzenden Tür. In einer Szene sieht man Blut unter den Dielen hervorquillen, eine Metapher; hier hats ganz offensichtlich Leichen im Keller. Es ist ein altes Spiel, Erinnerung und Verdrängung, Schuld und Sühne. Sigmund Freud lässt grüssen. Die Wahrnehmungen und Erinnerungen der Protagonisten sind allerdings trügerisch, und so ergeht es einem auch als Zuschauer und bis am Ende bleibt vieles unklar.
“A tale of two sisters” vereint neuen asiatischen Horror, Psychodrama und Arthouse. Ein, wie “Shining”, ästhetisch und inhaltlich sehr stimmiger Film.
Achtung, wirklich nichts für schwache Nerven, am besten zu zweit anschauen.



Durch die Nacht mit Fatih Akin und Thea Dorn
November 19, 2007, 11:41 vormittags
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Der Regisseur Fatih Akin trifft die Krimiautorin Thea Dorn in Istanbul, Fatih Akins zweiter Heimat. Die beiden sind richtig nett.
Hier wird ja geschrieben, dass Fatih Akin und Thea Dorn nicht so recht zusammenkommen in dieser Nacht. Mag sein, irgendwie stimmt das. Aber sie haben sich, wie ich finde, sehr viel Mühe gegeben und Respekt gezeigt. Das fand ich berührend, ist einfach viel symphatischer als das abgelöschte Getue von Houellebecq. Ja, es können nicht alle nett und glücklich sein, wird seine Gründe haben, und ist auch gut so.



Die Schwestern Brontë__Les sœurs Brontë
November 10, 2007, 11:19 nachmittags
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Frankreich 1978 – 115 Minuten – Regie: André Téchiné – Kamera: Bruno Nuytten – Darsteller: Marie-France Pisier, Isabelle Adjani, Isabelle Huppert, u.a.

Verfilmung des Lebens der drei bekannten englischen Schriftstellerinnen Charlotte, Emily und Anne Brontë. Das weltbekannte “Jane Eyre” von Charlotte hab ich gelesen, “Wuthering Heights” von Emily hab ich mal angefangen, aber im Original, das war mir dann allerdings zu schwer und so hab ich das Buch wieder auf die Seite gelegt. Aufgeschoben ist ja nicht Aufgehoben, und so hab ich hoffentlich bald wieder einmal genug Zeit, und auch bessere Englischkenntnisse, um mir diesen Klassiker zu Gemüte zu führen.

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Photo von localsurfer

“Les sœurs Brontë” ist ein sehr schlichter und langsamer Film. Wie Gemälde muten die wunderschönen, blassen Bilder an. Die Stimmung ist, passend zur Zeit des frühviktorianischen England, insgesamt sehr düster und trostlos, fast depressiv. Hart war das Leben damals, voller Entbehrungen. Voller steifer Gesellschaftregeln. Dazu noch für eine Frau, eine Künstlerin. Allerdings ist es Branwell, der Bruder der zuerst am Leben zerbricht. Er stirbt als erster und wird nur 31 Jahre alt. Anne wird 29, Emily 30 und Charlotte wird 39 Jahre alt. Tuberkulose und Lungenentzündung lassen grüssen. In der Zeit vor der Erfindung des Antibiotika das beinahe sichere Todesurteil.

Der Fokus des Film ist mehr auf die prägenden Erlebnisse der Familie gerichtet, als auf die literarischen Werke der drei Schwestern. Eine Geschichtsstunde über das widrige Leben von damals. Ich gebe zu, ich hab den Film vorallem wegen der damals noch sehr jungen Adjani geschaut, und sie ist wirklich bezaubernd. Aber auch Isabelle Huppert und der Rest des Schauspielerensembles überzeugen. Ein Film wie er heute wohl kaum noch gemacht wird, düster, trostlos und zähflüssig. Ein Historienfilm, beinahe wie ein Gedicht. Fallenlassen und eintauchen.



À propos Zukunftsvisionen
November 7, 2007, 10:58 vormittags
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Ghost In The Shell. Wahnsinns-Filmintro. Ich weiss jetzt nicht, ob ich das gut finden soll. Alles ist Natur? Sind Maschinen die besseren Menschen?




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